Google Unternehmensprofil

Video-Verifizierung im Google Business Profile: der Drehplan für Schlüsseldienste

Ich bin Adriano Caruso und begleite Schlüsseldienste durch die Verifizierung ihres Google-Unternehmensprofils. Dieser Drehplan ist aus Videos entstanden, die durchgegangen sind, und aus denen, die es nicht wurden. Er kostet dich eine halbe Stunde Vorbereitung und spart dir im besten Fall Wochen Wartezeit.

Postkarten verschickt Google in dieser Branche kaum noch. Stattdessen kommt die Aufforderung, ein Video aufzunehmen. Viele Handwerker greifen zum Handy, filmen zwei Minuten die Haustür und bekommen 24 Stunden später eine Ablehnung. Der Grund liegt fast nie an der Kamera.

Warum Google überhaupt ein Video verlangt

Das Video ist der Ersatz für den Besuch vor Ort. Google prüft damit drei Dinge in einem Durchgang: Existiert der angegebene Standort, gibt es einen echten Betrieb mit Ausrüstung, und hat die Person vor der Kamera Zugriff darauf. Fehlt einer dieser drei Nachweise, folgt die Ablehnung.

Der Hintergrund ist die Zahl der Vermittlungsprofile im Schlüsseldienst. Adressen ohne Betrieb lassen sich per Postkarte bestätigen, sobald jemand den Briefkasten leert. Ein Video mit Standortdaten lässt sich schwerer fälschen. Deshalb trifft diese Prüfung fast jeden neuen Eintrag in dieser Branche.

Für dich heißt das: Das Video ist keine Formsache. Es ist die Aufnahme, auf deren Grundlage ein Prüfteam über die Sichtbarkeit deines Betriebs entscheidet.

Die Vorbereitung in dreißig Minuten

Aktiviere die Standortdienste am Handy, lade den Akku, wähle Tageslicht und lege drei Nachweise bereit: Gewerbeanmeldung, eine Rechnung auf den Firmennamen und den Schlüssel zu Laden oder Fahrzeug. Geh den Weg einmal ohne Aufnahme ab. Danach drehst du in einem Take.

Der häufigste Vorbereitungsfehler ist der ausgeschaltete Standortdienst. Ohne Standortdaten im Video fehlt der Abgleich mit deiner Adresse, und die Prüfung endet, bevor sie beginnt. Prüf das in den Einstellungen deines Handys, bevor du losgehst.

Zweiter Punkt: Dreh bei Tageslicht. Nachtaufnahmen mit Scheinwerferlicht führen zu Erkennungsfehlern bei Schildern und Hausnummern. Zwischen zehn und sechzehn Uhr liegst du richtig.

Dritter Punkt: Übe den Weg. Vom Straßenschild zum Gebäude, hinein, zum Arbeitsplatz. Wer diesen Ablauf einmal ohne Kamera abgeht und dabei die Reihenfolge festlegt, dreht danach ein ruhiges Video statt eines hektischen Suchlaufs durch den eigenen Betrieb.

Der Drehplan in drei Akten

Akt eins zeigt den Standort mit Straßenschild, Hausnummer und Firmenschild oder, bei einem mobilen Dienst, mit dem beschrifteten Fahrzeug. Akt zwei zeigt die Ausrüstung: Werkzeug, Schließzylinder, Arbeitskleidung mit Logo. Akt drei zeigt deinen Zugriff: aufschließen, eintreten, Kasse oder Laderaum öffnen, einen Beleg auf den Firmennamen ins Bild halten.

Akt 1: Der Standort, draußen

Starte an der nächsten Straßenecke mit dem Straßenschild im Bild, schwenk dann langsam hinüber zu deinem Gebäude und halte die Hausnummer drei Sekunden lang ruhig im Bild. Dann auf dein Firmenschild. Hast du kein Ladenlokal, filmst du dein Fahrzeug mit fest aufgeklebter Beschriftung. Magnetschilder zählen nicht.

Akt 2: Die Ausrüstung

Geh ohne Schnitt weiter zu deinem Arbeitsplatz oder zum Fahrzeug und zeig dabei der Reihe nach, womit du tatsächlich arbeitest: Schlüsselfräse, Pickset, Zylinder, Bohrmaschine, Koffer. Halte jedes Stück zwei bis drei Sekunden ins Bild. Danach die Arbeitskleidung mit Logo.

Akt 3: Der Zugriff

Jetzt kommt der Teil, den die meisten auslassen. Schließ die Tür mit deinem eigenen Schlüssel auf, geh hinein und stell dich hinter den Tresen, wo du die Kasse öffnest oder den Rechner startest. Als mobiler Dienst öffnest du stattdessen das Fahrzeug und zeigst nacheinander Cockpit, Laderaum und die fest verbaute Beschriftung von außen. Zum Abschluss hältst du deine Gewerbeanmeldung oder eine Lieferantenrechnung ins Bild.

AktDauerWas im Bild sein muss
1 Standort25 bis 35 SekundenStraßenschild, Hausnummer, Firmenschild oder Fahrzeugbeschriftung
2 Ausrüstung25 bis 35 SekundenWerkzeug, Zylinder, Arbeitskleidung mit Logo
3 Zugriff30 bis 50 SekundenAufschließen, Innenraum oder Laderaum, Beleg auf den Firmennamen

Die häufigsten Gründe für eine Ablehnung

Vier Fehler stehen hinter den meisten Ablehnungen: ein Schnitt im Video, fehlende Standortdaten, ein nicht gezeigter Zugriff auf den Betrieb und Personen im Bild. Dazu kommen Aufnahmen, die kürzer als 45 Sekunden sind. Jeder dieser Punkte führt für sich allein zur Ablehnung, und die Prüfung nennt dir den Grund nicht.

  • Schnitte oder Pausen in der Aufnahme, auch das kurze Absetzen des Handys
  • Standortdienste ausgeschaltet, dadurch fehlen die Positionsdaten
  • Der dritte Akt fehlt, das Video endet nach der Ausrüstung
  • Passanten oder Kunden im Bild, das verstößt gegen die Vorgaben
  • Ausweise, Karten oder private Post im Bild
  • Video kürzer als 45 Sekunden oder länger als drei Minuten
  • Verwackelte Aufnahmen, bei denen Schilder unlesbar bleiben

Zur Ehrlichkeit gehört: Auch ein sauberes Video geht manchmal durch zwei Runden, weil Google die Prüfkriterien nicht im Detail veröffentlicht und einzelne Fälle ohne erkennbaren Grund anders laufen. Mit dem Drehplan oben steigt die Trefferquote deutlich. Eine Garantie gibt es nicht.

Wenn der Upload hängt

Bleibt der Fortschritt bei 99 Prozent stehen, liegt es meist am Zwischenspeicher der App oder am Datenvolumen. Lösche den Cache der Maps-App, starte das Handy neu und lade über WLAN hoch. Bleibt es hängen, wechsle an den Rechner und lade die Datei dort im Browser hoch.

Ein zweiter Grund ist die Dateigröße, denn Videos in höchster Auflösung erreichen bei zwei Minuten Laufzeit schnell mehrere hundert Megabyte und scheitern am Mobilfunknetz. Stell die Kamera vor der Aufnahme auf eine mittlere Auflösung, das reicht für die Prüfung und halbiert die Datei.

Hilft beides nicht, steckt das Profil in aller Regel in einer Prüfschleife fest, und dann führt der Weg nur noch über den Support mit einer vollständigen Dokumentenmappe. Wie dieser Weg aussieht, steht im Beitrag Google Unternehmensprofil gesperrt.

Was nach der Freigabe zu tun ist

Nach der Freigabe gilt dein Profil als geprüft. Nutze diesen Zustand: Lade in den ersten Tagen keine neuen Adressen oder Namen hoch, sondern ergänze Fotos, Leistungen und den ersten Beitrag. Ändere Stammdaten frühestens nach zwei Wochen und immer nur ein Feld auf einmal.

Das Video bleibt bei Google gespeichert und dient bei jeder späteren Prüfung als Referenz, weshalb es sich lohnt, gleich beim ersten Mal alles zu zeigen, was deinen Betrieb belegt. Ein Video mit Werkstatt und Fahrzeug trägt weiter. Eines mit einer Haustür nicht.

Der nächste Schritt ist der Aufbau des Profils. Welche zehn Faktoren dabei zählen, steht im Beitrag Google Unternehmensprofil für Schlüsseldienste optimieren. Willst du den Drehplan vorher mit jemandem durchgehen, der die Prüfungen kennt, schreib mir über das Kontaktformular oder sieh dir die Seite Google My Business Agentur an.

Adriano Caruso, Local SEO Experte aus Limburg an der Lahn

Über den Autor

Adriano Caruso

Adriano arbeitet seit 2012 an lokaler Sichtbarkeit, hat über 400 Projekte begleitet und betreut aktuell mehr als 240 Google-Unternehmensprofile. Caruso Consulting sitzt in Limburg an der Lahn und ist beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle als Beratungsunternehmen gelistet.

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Die Antworten unten kommen aus Erstgesprächen mit Betrieben, die vor derselben Aufgabe standen. Sie nennen Fristen, Reihenfolgen und Grenzen. Steht deine Frage nicht dabei, ruf unter 06431-2807181 an oder schreib mir über das Kontaktformular.

Wie lang soll das Verifizierungsvideo sein?

Zwischen 60 und 120 Sekunden. Kürzere Videos zeigen selten alle drei Nachweise, längere brechen beim Hochladen häufiger ab. Wichtig ist ein durchgehender Take ohne Schnitt, denn jede Unterbrechung wertet die Prüfung als Bearbeitung.

Was passiert nach zwei abgelehnten Videos?

Das Profil landet in einer Prüfschleife, in der weitere Uploads meist ohne Ergebnis bleiben. Dann führt der Weg über den Support mit einer vollständigen Dokumentenmappe: Gewerbeanmeldung, Mietvertrag, Rechnung auf den Firmennamen und Fotos des Firmenschilds. Neue Videos schickst du erst, wenn diese Mappe steht.

Muss ich als mobiler Notdienst ein Ladenlokal zeigen?

Nein. Als Einzugsbereichs-Unternehmen filmst du das Straßenschild, dein beschriftetes Fahrzeug, den Laderaum mit Werkzeug und einen Nachweis auf deinen Firmennamen. Entscheidend sind Standort, Ausrüstung und dein Zugriff auf den Betrieb, nicht der Verkaufsraum.

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